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Praxistest Didysling

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Der Didysling im Praxistest

Eine Känguru-Mama hat es gut: Sie hat ihren Beutel immer dabei und muss sich keine Gedanken um die richtige Tragehilfe machen. Ich dagegen schon! Denn dass das Tragen nicht nur für kleine Känguru-Babys (die ja eigentlich Joeys heißen) gut und richtig ist, sondern auch für Menschenkinder (und ihre Eltern) viele Vorteile bietet, hat sich inzwischen herumgesprochen.

Über Tragehilfen im Allgemeinen habe ich bereits unter „Tragetuch & Co.“  berichtet – aber neben dem klassischen Tragetuch gibt es noch viele Alternativen. Eine davon ist der sogenannte Ring-Sling, bei dem das Tuch mit einem Ring zusammengehalten wird und diagonal über den Körper verläuft. Ob das genauso gut funktioniert wie mein geliebtes Tragetuch? Ich mache den Praxistest und probiere den Didysling der bekannten Babytragetuchfirma Didymos aus.

Normalerweise packe ich alle Dinge, die mit dem Baby in Berührung kommen, vor dem ersten Gebrauch in die Waschmaschine – Spielzeug, Kleider, Mützen, Kuscheldecken… Da die Didymos-Babytragetücher aber ohne chemische Hilfsmittel hergestellt werden, die Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau stammt und nur ökologisch unbedenkliche Farben verwendet werden, weist Didymos extra darauf hin, dass man auf das Waschen vor dem ersten Gebrauch verzichten kann – also war der Sling gleich bereit für seinen ersten Einsatz!

Das „Testbaby“ war übrigens 12 Wochen alt und ist im Sling prompt eingeschlafen. Das spricht natürlich schon einmal für das Produkt – nur ein glückliches Baby schlummert so schnell zufrieden ein.

Ich habe das Baby übrigens nicht auf die Hüfte gesetzt (was für den Sling sonst eher typisch ist), sondern es direkt vor den Bauch gebunden. Die Position auf der Hüfte war mir mit einem Baby, das sein Köpfchen noch nicht selbst halten kann, etwas zu wackelig – aber ich glaube, dass genau hier die Stärke des Slings ist: Auf den meisten Fotos, die man mit einem Ring-Sling sieht, sind die Kinder schon etwas älter und sitzen auf der Hüfte. Ich kann mir vorstellen, dass für etwas größere Kinder der Sling ideal ist: Sie haben alle Vorteile des Getragen-werdens, sind aber schnell aus dem Sling draußen, wenn es etwas Anderes zu entdecken gibt und ebenso schnell wieder auf der Hüfte, wenn sie zurück auf den Arm wollen.

Der größte Vorteil des Slings ist meiner Meinung nach, dass er schneller Einsatzbereit ist als ein herkömmliches Tragetuch: das Tuchende muss nur durch die Ringe eingefädelt werden und schon kann der Sling auf seinen nächsten Einsatz warten. Das Tragetuch dagegen braucht selbst für geübte Trägerinnen ein paar Handgriffe mehr. Natürlich lässt sich auch ein Tragetuch schon vorbereiten – aber dann trägt man es die ganze Zeit bereits am Körper.

Im Praxistest war für mich die diagonale Haltung des Slings erst einmal ungewohnt. Bei einem längeren Spaziergang habe ich festgestellt: Das Tragetuch ist auf längeren Strecken bequemer, weil es das Gewicht gleichmäßiger verteilt.

Mein Fazit:

Pro:

  • der Sling lässt sich vorbereiten und ist dann sofort einsatzfähig
  • weniger Stoffbahnen als bei anderen Wickeltechniken (das ist vor allem an warmen Tagen gut)
  • klein und platzsparend: es kann in der Handtasche mitgenommen werden oder im Auto auf seinen nächsten Einsatz warten.
  • durch den Ringverschluss gibt es keinen dicken Knoten, der z.B. beim Hinsetzen stört
  • die Stoffbahn, die nach dem Festziehen lose nach unten fällt, lässt sich nach Bedarf prima als Nackenstütze für das Kind umfunktionieren. Ich habe es als Sonnenschutz locker über Kind und Schulter drapiert.

Contra:

  • Diagonale Tuchführung. Diese einseitige Belastung ist für mich für kurze Zeit ok, länger fand ich es anstrengend für den Rücken. Wer den Sling gerne benutzt, sollte eine „Lieblingstrageseite“ vermeiden und das Kind gleichmäßig auf beiden Seiten tragen.

Übrigens wird auch der Didymos-Sling mit einer ausführlichen Anleitung verschickt. Außerdem wimmelt das Internet von Videos, in denen engagierte Mütter verschiedenste Bindetechniken vorstellen. Diese Filme können sehr nützlich sein, allerdings gibt es auch einige, die das Binden falsch erklären. Wenn ihr nach Videoanleitungen sucht, dann achtet darauf, wer sie eingestellt hat: Die Videos von verschiedenen Trageberaterinnen fand ich sehr gut und richtig erklärt.

Wer sich unsicher ist, ob er mit dem Tragen und Wickeln überhaupt zurecht kommt, sollte eine Trageberatung buchen. Die kostet nicht die Welt, ihr lernt die Wickel- und Tragetechnik von einer Fachfrau und könnt meist auch verschiedene Tragesysteme ausprobieren.

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Hier schreibt… Antje, derzeit hauptsächlich Mutter von zwei hinreißenden Kindern. Vor meiner Elternzeit habe ich Pädagogik studiert und einige Jahre mit Babys, Kleinkindern, Schulkindern und ihren Eltern gearbeitet. Dabei konnte ich oft beobachten, dass schon die kleinsten Babys eigene Persönlichkeiten sind und jede Familie anders ist als eine andere. Trotzdem sind aber viele Fragen und Themen die gleichen. Wenn man das Internet befragt, stößt man überraschend oft auf Antworten, die eigentlich längst als überholt gelten. Oder „Ratschläge“ werden so vage formuliert, dass man trotzdem nicht weiß, was man machen soll oder nicht. Die Seite baby-deal (und die dazugehörige Facebook-Gruppe Der Baby Ratgeber) soll dazu eine praktische Alternative sein: Ich schreibe aus meiner Erfahrung mit der Arbeit mit Kindern und ihren Eltern, aber auch als Mutter. (Und ja, dadurch habe ich auf viele Dinge noch einmal eine ganz andere Sicht bekommen!) Und ich schreibe nur zu Themen, von denen ich denke, dass ich dazu wirklich einen Beitrag leisten kann. Umgekehrt heißt das aber auch: Wenn ich von etwas keine Ahnung habe, dann werde ich dazu nichts schreiben. Wenn ich ein Produkt nicht gut finde, dann werde ich es hier auch nicht vorstellen. So einfach ist das.P.S. Ja, auf dem Foto gibt es noch ein viertes Paar Füße. Verheiratet bin ich nämlich auch. Meistens stecken wir zusammen unter einer Decke. Und manchmal wollen wir uns einfach nur die Decke über den Kopf ziehen… So, wie vermutlich viele andere Familien auch.

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