Start Mit dem Baby zu Hause 6 Gründe, warum ein Baby weint – und wie man es trösten...

6 Gründe, warum ein Baby weint – und wie man es trösten kann

0
TEILEN
Wenn das Baby weint, leiden alle Beteiligten mit.

Gestern habe ich in einer Baby-Gruppe eine Mutter getroffen, deren Kind kaum zu trösten war und die selbst ziemlich auf dem Zahnfleisch gekrochen ist. Wir haben uns unterhalten und ich habe ihr sämtliche Tipps weitergegeben, die ich so auf Lager habe. Das sind zwar auf den ersten Blick keine riesigen Ratschläge, aber gerade als Erstlingsmama hätte ich mir in manchen Situationen wirklich gewünscht, ich hätte sie schon früher gewusst… Wenn ihr die Parameter zu warm / zu kalt / volle Windel schon überprüft habt, dann waren meiner Erfahrung nach folgende Dinge häufig die Gründe für Tränen.

1. Hunger

Das klingt so banal, aber mir ist es beim ersten Kind öfters passiert, dass ich dachte: „Ich habe jetzt so lange gestillt – es MUSS satt sein.“ Nach erfolglosem Trösten, Tragen, Singen habe ich es dann doch nochmal angelegt und siehe da: Mein Baby hatte sehr wohl noch Hunger. Oder es wollte einfach gestillt werden – wie auch immer. Ich hatte einfach ein Baby, das sehr langsam aber dafür ausdauernd getrunken hat. Manchmal saß ich über eine Stunde mit meinem Baby da… Klar, jedes Lehrbuch (und manche Hebamme) erzählt, dass das nicht sein muss, dass zwischen den Mahlzeiten größere Abstände sein sollten und so weiter – aber bei uns war es eben anders. Mein Kind hat einfach in den ersten Monaten viel getrunken und das hat länger gedauert als bei anderen. Wenn es fertig war hat es sich dann ganz zufrieden „abdocken“ lassen und ich konnte es schlafend in sein Bettchen legen.

Also: Tipp 1 (und der gilt wohl nur für gestillte Kinder): Nochmal testen, ob das Baby wirklich satt ist. Übrigens: Gestillte Kinder werden nehmen nicht übermäßig zu, auch wenn ihr einen Nimmersatt zu Haus habt.

2. Ein Bäuerchen oder ein Pups drückt

Das habe ich erst bei Kind 2 gelernt: Manchmal fing mein Baby mitten im Stillen oder danach an zu weinen. Inzwischen habe ich raus, dass dann ein Bäuerchen fällig ist (obwohl bei den Geräuschen, die es dann macht die Verniedlichungsform gar nicht angebracht ist… das sind manchmal Kracher!). Ich wünschte, es gäbe ein Geheimrezept, wie man einem Kind schneller zum Bäuerchen verhelfen könnte. Vermutlich hat da jeder seine eigenen Vorlieben: Bei vielen Hilft der Klassiker „über die Schulter legen“, gute Hebammentipps sind ansonsten: aufrecht halten und mit den Fingerspitzen zart auf das Bäuchlein klopfen, über den Rücken streichen… Zumindest meinem Baby ging es deutlich besser, wenn es (manchmal lautstark) seine Luft loswerden konnte.

3. Es drückt irgendwas anderes

Folgenden Tipp hatte ich mal gehört und für völlig überflüssig gehalten: Wenn das Baby ohne erkennbaren Grund weint, soll man es komplett ausziehen und nachsehen, ob irgendwo etwas drückt. Bis zu dem Tag, als mein Baby wirklich nicht zu trösten war und gerade beim Hinlegen furchtbar geweint hat. Alle Parameter hatte ich überprüft: Zu warm? Zu kalt? Volle Windel? Hunger? Mir fiel dieser Tipp wieder ein und kurzerhand habe ich mein Baby mal ausgezogen. Und was kam zum Vorschein? Ein Holzpuzzleteil, dass ihm beim Spielen ein anderer Knirps wohl unter den Pulli geschoben hat. Es ist mir bis heute noch ein Rätsel, wie das passieren konnte – ich lasse mein Kind ja schließlich kaum aus den Augen. Und ich weiß auch nicht, warum ich das Teil beim Tragen nicht gemerkt habe. Aber Fakt ist: Ausziehen und Nachgucken ist immer ein Versuch wert. Vielleicht ist ja auch einfach die Windel verrutscht?

4. Das Baby hat Bauchschmerzen

Ganz klar: Bei hartnäckigen Bauchschmerzen solltet ihr einen Profi (also einen Arzt oder Hebamme) fragen und nicht das Internet. Aber einen Tipp kann ich euch trotzdem guten Gewissens weitergeben: eine Bauchmassage. Die hatte mir unsere Kinderärztin empfohlen und ich habe sie mir in einem Kurs von einer Hebamme zeigen lassen – das hat sich für uns wirklich gelohnt. Vielen hilft auch der sogenannte „Fliegergriff“ – bei uns kam der nicht so gut an, aber für viele Babys scheint das eine ganz tolle Lage zu sein.

5. Das Baby ist müde, kann aber nicht einschlafen

Das Baby weint und zum Trost wird das ganze Programm abgespult: Singen, durch die Gegend schuckeln, Spieluhr aufziehen, die Rassel vor die Nase halten, dem lustigen Quitschebär nochmal auf den Bauch drücken… Es gibt viele Möglichkeiten, wie man sein Baby beruhigen könnte, aber dem Baby wird manchmal genau das zu viel. Manche Babys haben von den vielen Eindrücken einfach zu viel, deshalb ist mein Tipp: Weniger ist mehr. Die Spieluhr nur einmal aufziehen und dann ist es gut. Manche Babys können in einem abgedunkelten Raum besser „runterfahren“. Bei uns hat langes Tragen und leises summen oder „schschschschschschsch…“ oft ganz gut geholfen.

6. Das Baby „muss mal“

„Ja und?“, hätte ich bis vor Kurzem noch gedacht. Es hat doch seine Windel – wo ist dann das Problem? Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber anscheinend haben manche Babys zumindest manchmal das Problem, in die Windel zu machen. Wenn nichts mehr hilft, probiert es doch mal aus: Windel ausziehen, (Umgebung vielleicht mit einer wasserfesten Unterlage sichern…) und abwarten. Ich weiß nicht woran das liegt, aber in den letzten Wochen habe ich in verschiedenen Babygruppen erlebt, dass weinende Babys dann plötzlich zufrieden ein kleines Geschäft abgedrückt haben und dann auch wieder zufrieden mit ihrer Windel waren.

Und wenn das Baby immer noch weint?

Ganz, ganz wichtig: Gebt euch nicht die Schuld daran. Es gibt Babys, die mehr weinen als andere. Das liegt nicht an euch und ihr macht nichts „falsch“. Aber auch euer Baby macht nichts falsch und es will euch schon gar nicht ärgern… Wenn ein Baby nicht zu trösten ist, ist es eine ganz schwierige Situation für alle Beteiligten. Es passiert immer wieder, dass Eltern ihr Kind schütteln, weil sie vor lauter Verzweiflung nicht mehr weiter wissen. Deshalb ist es so wichtig, rechtzeitig die Notbremse zu ziehen! Wenn ihr merkt, dass ihr dringend eine Pause braucht, dann legt euer Baby an einem sicheren Ort ab (am besten in das Babybett oder notfalls auf den Fußboden) und verlasst den Raum. Ein paar Minuten in Ruhe durchatmen gibt euch hoffentlich wieder ein bisschen Energie zurück.

Vielleicht habt ihr tatsächlich ein sogenanntes „Schreibaby“?

Dann sucht euch Hilfe! Ihr habt nach der Entbindung Anspruch auf etliche Besuche von eurer Hebamme, die kann euch viel besser raten, was in eurer Situation helfen kann.

Um zu bestimmen, ob ein Baby ein Schreibaby ist, gilt seit 1954 die sogenannte Dreierregel: Wenn ein Baby drei Wochen lang mehr als drei Mal in der Woche für mehr als drei Stunden schreit. In so einem Fall solltet ihr euch dringend Hilfe holen, am Besten von einer Schreiambulanz. Auch dann, wenn die drei Wochen noch nicht um sind oder wenn euer Baby zwar weniger schreit, ihr aber an eure Grenzen stoßt.

Wie ist es bei euch? Wann weint euer Baby und warum? Was hilft euch? Schreibt es doch auf unsere Facebook-Seite https://www.facebook.com/baby.deal.de/!

 

 

Foto: Fotolia / Halfpoint

TEILEN
Vorheriger ArtikelUrlaub mit Baby, Teil 2: Die Unterkunft. Hotel, Ferienhaus oder Zelt?
Hier schreibt… Antje, derzeit hauptsächlich Mutter von zwei hinreißenden Kindern. Vor meiner Elternzeit habe ich Pädagogik studiert und einige Jahre mit Babys, Kleinkindern, Schulkindern und ihren Eltern gearbeitet. Dabei konnte ich oft beobachten, dass schon die kleinsten Babys eigene Persönlichkeiten sind und jede Familie anders ist als eine andere. Trotzdem sind aber viele Fragen und Themen die gleichen. Wenn man das Internet befragt, stößt man überraschend oft auf Antworten, die eigentlich längst als überholt gelten. Oder „Ratschläge“ werden so vage formuliert, dass man trotzdem nicht weiß, was man machen soll oder nicht. Die Seite baby-deal (und die dazugehörige Facebook-Gruppe Der Baby Ratgeber) soll dazu eine praktische Alternative sein: Ich schreibe aus meiner Erfahrung mit der Arbeit mit Kindern und ihren Eltern, aber auch als Mutter. (Und ja, dadurch habe ich auf viele Dinge noch einmal eine ganz andere Sicht bekommen!) Und ich schreibe nur zu Themen, von denen ich denke, dass ich dazu wirklich einen Beitrag leisten kann. Umgekehrt heißt das aber auch: Wenn ich von etwas keine Ahnung habe, dann werde ich dazu nichts schreiben. Wenn ich ein Produkt nicht gut finde, dann werde ich es hier auch nicht vorstellen. So einfach ist das.P.S. Ja, auf dem Foto gibt es noch ein viertes Paar Füße. Verheiratet bin ich nämlich auch. Meistens stecken wir zusammen unter einer Decke. Und manchmal wollen wir uns einfach nur die Decke über den Kopf ziehen… So, wie vermutlich viele andere Familien auch.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here